Sonntag, 30. Juni 2013

Göteborg


Alle größeren Städte wirken auf mich irgendwie gleich und austauschbar. Da macht auch Göteborg keine Ausnahme. Die gleichen Häuser, die gleichen Geschäfte, die gleiche Innenstadt, die gleichen Skulpturen, die gleichen Museen. Vielleicht liegt es aber auch nur daran, dass ich vom langen Reisen und den damit verbunden unzähligen Eindrücken schon langsam abgestumpft und müde im Kopf bin. Bin heute ein wenig durch die Stadt gelatscht, war am Hafen,  habe mir in der Kunsthalle und im Hasselbladmuseum eine Ausstellung angeschaut und im Ullevi Stadion fanden die Weltjugendspiele (Leichtathletik) statt. Da habe ich auch einen Blick hineingeworfen.
Morgen soll‘s entlang der Westküste (Kattegatt) in Richtung Dänemark weitergehen.
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Lidköping - Göteborg

unruhiger Himmel
Die heutige Fahrt war sehr abwechslungsreich, was das Gelände und vor allem die äußeren Bedingungen anbelangt. Der erste Teil der Fahrt führte durch riesige Getreidefelder. Links Gerste, rechts Hafer, Dinkel und Weizen nicht zu vergessen. Im mittlere Teil fuhr ich zuerst durch zahlreiche kleine Dörfer und später entlang zweier Seen, die wetterbedingt heute nicht so zur Geltung kamen. Auf den letzten 40 km durfte ich über einen nagelneuen Radweg (Sverigeleden) mitten ins Zentrum von Göteborg fahren, wo ich mich problemlos zum Campingplatz durchfragte, was ohne Plan an und für sich kein so einfaches Unterfangen ist, zumal Göteborg die zweitgrößte Stadt Schwedens ist. (Man muss halt die richtigen Leute nach dem Weg fragen)
Wettermäßig herrschte heute April. Regenjacke an, Regenjacke ab…
Zum Teil heftige Niederschläge, dann wieder Sonnenschein. Manchmal T-Shirt, manchmal mit der Regenjacke zu kalt. Die einzige Konstante war heute der harte Gegenwind. Eine Woche so ein Wind wie heute, das würde mich wohl mürb machen. Da habe ich auf meiner Fahrt bisher ziemliches Glück gehabt.
Ich habe übrigens auf der Seite http://www.fitrechner.de/ herausgefunden, dass mein Verbrauch pro Stunde Fahrzeit (V = 20-23 km/h) 546 kcal beträgt. Zum Vergleich: Beim aktiven Sex (Dauer ca. 30 Minuten) werden lediglich ungefähr 51 kcal verbrannt. Das lässt meine in den letzten Monaten erbrachte Leistung in einem ganz anderes Licht erscheinen!
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Samstag, 29. Juni 2013

Mariestad - Lidköping

Einladung zum Verweilen.

Summertime in Schweden!
Zwischen Mariestad und Lidköping verläuft ein ca. 70 km langer Radweg (Västgötaleden), dem ich heute gefolgt bin. Diese Strecke bedeutete zwar einen enormen Umweg und hat auf Grund der meistens unbefestigten Wege ziemlich aufs Tempo gedrückt, zur Belohnung kam ich dafür auf Abwegen durch ein ländliches Schweden entlang des Vänernsees, das man sonst so nicht zu Gesicht bekommt. War auf jeden Fall eine vergnügliche Fahrt.
Was so nebenbei auffällt:
1.    Die Schweden nehmen es mit dem Rasenmähen recht genau. Ich frage mich schon seit längerer Zeit, ob sie auch ein wenig neurotisch sind, weil sie auch dann am Mähen sind, wenn der Rasen erst 2 cm hoch ist. Schon fast englische Verhältnisse.
2.    Haben die Schweden eine dickere Haut? Wenn ich temperaturbedingt meine Regenjacke anziehe, laufen die meisten Schweden noch immer im T-Shirt herum.
3.    Freie Internetnutzung gehört eigentlich zum Standard in jedem Hotel bzw. auf jedem Campingplatz. Nicht so in Schweden. Auf dem KronoCamping (immerhin 5 Sterne) in Lidköping kassiert man für einen Tag Internet (WLAN) sage und schreibe 100 SEK (11,50 €). Na, alles was gut und recht ist…
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Donnerstag, 27. Juni 2013

Filipstad - Mariestad

Picasso Skulptur in Kristinehamn, ein Betonkoloss an einem wunderschönen Platz. Wegen der Betonsäule mit Kopf hat sich der Umweg  sicher nicht rentiert, aber dafür wegen dem schönen Jausenplatz.

Die „Wildnis“ liegt nun wohl endgültig hinter mir. Mit dem Vordringen in südlichere Gefilde, ähnelt die Gegend mehr und mehr der unsrigen. Die ersten Industriebetriebe mit den dazugehörenden Duftnoten sind zu sehen und zu riechen. Was besonders auffällt, dort wo die Landwirtschaftsbetriebe anfangen leidet die Artenvielfalt und die zuletzt so bunten Wiesen sind nur mehr bescheiden grün. Die dichte der Häuser ist hier deutlich höher als zuletzt. Auch die Nahrungssuche ist mittlerweile unproblematisch, weil  in jeder größeren Gemeinde ein Supermarkt zu finden ist. Der Verkehr, speziell vor Marienstad, war schon beinahe unangenehm, so, dass ich im weiteren Verlauf wieder auf Nebenstraßen ausweichen werde.
Die Fahrt heute war wettermäßig nach der gestrigen Wasserpartie schon wieder beinahe perfekt und vor allem mit einer feinen Brise von hinten. Ziel der heutigen Fahrt war Marienstad, welches am Vänern, dem größten See Schwedens, liegt.
Der Binnensee Vänern ist außerdem mit 22.000 Inseln das größte Binnen-Schärengebiet Europas.
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Mittwoch, 26. Juni 2013

Vansbro- Filipstad

Bisher ein Bild mit Seltenheitswert: Europaradler im Regen

Gestern so, heute so. Die Vorhersagen des Meteorologischen Institut von Schweden kommen der Realität meistens sehr nahe. Auch heute…
Heftiger Dauerregen, ein richtiges Sauwetter also. Als Radreisender ist man nicht nur sehr nahe bei den Menschen, der Landschaft und der Natur, nein man ist auch allen Naturgewalten wie Wind und Wetter hautnah ausgesetzt. Wobei das immer auch eine Frage der Ausrüstung ist. Die Fahrt ist meistens nicht das Problem. Zudem schafft mein gegenüber der Istanbulreise stark verbessertes Regenequipment ein recht angenehmes „Innenraumklima“. Viel entscheidender ist das Danach. Da braucht‘s zuerst eine heiße Dusche und naher trockene Kleidung und einen gemütlichen Raum. Das ist auf den skandinavischen Campingplätzen meistens vorhanden. Und auf jeden Fall: Zimmer statt Zelt.
Fotos gibt’s heute keine,  da ich meine ansonsten sehr robuste Kamera vor der Feuchtigkeit schützen musste. Man muss sich einfach die gestrigen Fotos mit Regen vorstellen oder man kann sie im Bildbearbeitungsprogramm in Schwarz/Weißbilder umwandeln. Das kommt dann ziemlich genau hin.

Dienstag, 25. Juni 2013

Mora -Vansbro


Nach gemütlichen Tagen mit Zugfahren, Wellnessen und Relaxen bin ich heute seit längerem wieder einmal auf dem Sattel gesessen. Bei idealen äußeren Bedingungen und Fotopanoramawetter war die Fahrt von Mora nach Vansbro das reinste Vergnügen. So ist Schweden wohl unschlagbar. Ein Genuss zum "Europaradeln". 
Die Landschaft ist hier viel sanfter und lieblicher und vor allem viel abwechslungsreicher als in Norwegen und Finnland. Und wenn man behauptet, dass die Landschaft den Menschen und seinen Charakter prägt, dann stimmt das in dieser Form für Schweden vermutlich auch. Die kleinen Dörfer an der Strecke bestehen meistens nur aus ein paar wenigen Häusern, die sind jedoch alle sehr liebevoll gepflegt. Ansonsten sieht man viele Wochenendhäuschen und Sommersitze, allesamt an wunderschönen Plätzen direkt am Wasser.
Vansbro, das auf der Landkarte recht groß ausschaut ist in Wirklichkeit ein kleines, aber fein herausgeputztes Dorf, indem es aber alles Lebensnotwendige für einen Radreisenden gibt. Hier ist übrigens die Langlauflegende Gunde Swan zu Hause. Ihm ist im modernen Komplex der Touristinformation eine Ausstellung mit allen seinen Medaillen und Pokalen gewidmet. Patriotischerweise muss angemerkt werden. Seine Siege waren natürlich nur auf gutem österreichischem Material (Kneissl) möglich.
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Montag, 24. Juni 2013

Östersund - Mora (Inlandsbanan Teil 2)


Die heutige Zugfahrt mit der „Inlandsbanan“ eröffnete bei prächtigem, sommerlichem Wetter Ausblicke wie aus dem Bilderbuch. Neben traumhafter Landschaft mit idyllischen Seen und ausgedehnten Wäldern konnten auch zahlreiche Tiere beobachtet werden. Darunter war sogar eine Bärenfamilie, der Zugführer legte deswegen extra einen außerplanmäßigen Stopp ein. Die kleinen Orte an der Bahnstrecke erinnerten ein wenig an die Astrid Lindgren Idylle in Bullerbü oder Lönneberga. Bei zwei Stopps wurden leckere Köstlichkeiten der Region und verschiedene Handwerksprodukte angeboten.
Endstation der Zugfahrt war Mora, bekannt als Austragungsort des Wasalaufs, der weltweit größten Langlaufveranstaltung. Hier werden auch die Dalapferdchen (benannt nach der schwedischen Region Dalarna) hergestellt, welche früher als Kinderspielzeug dienten, heute aber Schwedens meistverkaufter Souvenirartikel sind und gemeinhin als Symbol für ganz Schweden gelten.
Morgen geht’s nach mehreren radfreien Tagen mit dem Bike weiter Richtung Heimat.
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Östersund 2


Mit dem Besuch des Storsjöbadet, einem öffentlichen Schwimmbad mit exquisitem Wellnessbereich, habe ich einen weiteren Schritt zur Erforschung der skandinavischen Saunakultur unternommen. Meine heutigen geringen Erkenntnisse: Die Schweden gießen genauso wie unsereins auf, indem sie Wasser/Eis auf den zuvor erhitzten Steinen verdampfen lassen, was zwar die Temperatur nicht erhöht, aber durch den Dampf zumindest das Temperaturempfinden auf der Haut dahingehend beeinflusst.
In Östersund habe ich erstmals das Gefühl, nach Tagen in der Wildnis wieder in der Zivilisation gelandet zu sein. (Soll nach Östersund aber gleich wieder anders werden…) Die Stadt ist etwas kleiner als Dornbirn, jedoch, so wie es ausschaut, mit beträchtlichem Wohlstand ausgestattet. (Basierend auf einer sehr gut florierenden Holzindustrie) Es fehlt jedenfalls an nichts.
Gestern machte ich noch einen kurzen Ausflug auf die wunderschöne, gegenüber der Stadt gelegene Insel Frösön, welche mich irgendwie an die Insel Reichenau erinnert hat. Der Ort Sommarhagen auf dieser Insel ist mit seinen Blumenwiesen das Sinnbild des nordischen Sommers und gleichzeitig der Ort, an dem der Komponisten Wilhelm Peterson-Berger (soll im Norden unter den Top 5 sein) sein Sommerhaus auf einer Anhöhe mit traumhaftem Rundblick errichten ließ.  Das im Originalzustand erhaltene Haus, welches der Komponist selbst geplant hat, beherbergt heute ein kleines Museum.  
Die Menschen hier in Jämtland sind übrigens sehr patriotisch und haben sogar eine eigene Flagge, einen eigenen Präsidenten und eine eigene Nationalhymne. Sozusagen Staat im Staat. Erinnert fast ein wenig an die Freie Republik Kugelmugel des Herrn Lipburger im Wiener Prater.
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Samstag, 22. Juni 2013

Östersund 1

Midsommarafton, blog stängt.

Gällivare – Östersund (Inlandsbanan Teil 1)

Klein aber fein: die Inlandsbanan

Das Fischlein, das ich gestern genussvoll verzehrt habe, hat mich ziemlich zerlegt. Magen/Darm rebellieren recht anständig. Und so war dann die Fahrt auf der „Inlandsbanan“ ganz anders, als ich mir das vorgestellt habe. Die Inlandsbanan ist ein touristischer Zug, der quer durch Schweden tuckert, und als eine Art betreuter Event-Train bezeichnet werden könnte. Das Konzept, Landes- und Naturkunde sowie die Geschichte des Landes während einer Zugfahrt den Passagieren näher zu bringen, finde ich sehr originell und gelungen.
Während zahlreicher Fahrtunterbrechungen kann man die regionale Küche genießen und kleine Museen oder Besonderheiten an der Bahnstrecke anschauen.
Die Landschaft ist beim Zugfahrt eigentlich gleich wie beim Fahrradfahren, nur dass sie im Schnellsuchlauf an einem vorbei flitzt.
Mit dem Überschreiten des Polarkreises in südlicher Richtung bei Jokkmokk sind die faszinierenden Tage, an denen die Sonne nicht untergeht und es daher 24 Stunden hell ist, zu Ende. Dafür ist es in Östersund (Mittelschweden), wo ich heute angekommen bin, schon deutlich milder als im rauen Norden.
Für die am Abend stattfindenden Sommersonnwendfeiern (Feiertag in Schweden) war ich dann doch etwas zu müde und habe es vorgezogen mich in die Federn zu hauen.
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Donnerstag, 20. Juni 2013

Gällivare

lazy day

Den heutigen Regentag nutzte ich um wieder einmal so richtig auszuschlafen, meine Klamotten zu waschen, ein reinigendes Saunabad zu nehmen und für einen nachmittäglichen Kaffeehausbesuch.
Nachdem beide Bergwerke erst ab nächster Woche besichtigt werden können, begnügte ich mich mit dem örtlichen Museum, welches eine sehr abwechslungsreiche Mischung an Themen bietet. Neben dem bestimmenden Thema Bergbau in Gällivare, gab es noch Abteilungen zur Kultur der schwedischen Samen, Naturkunde und Geschichte des Ortes (speziell die Flucht vieler finnischer Familien im Jahr 44 in diese Region) . Derzeit können in einer Sonderausstellung ca. 100 Bilder verschiedener spanischer Künstler bestaunt werden. Außerdem gibt es im Aufgangsbereich ein eignes Mückenmuseum, welches mir jedoch keine nennenswerten neuen Erkenntnisse zur Mückenabwehr brachte.
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Kiruna - Gällivare


Das gewohnte Bild: www (Weite, Wasser, Wälder) Jedoch heute mit blauem Himmel und schönen Wolkenspielen sowie deutlich wärmeren Temperaturen und damit verbunden einer zunehmenden Belästigung durch Mücken. Meine für heute Abend geplante Wanderung auf den Dundret, den Hausberg von Gällivare, habe ich auf halber Strecke kurzerhand abgebrochen, weil die Mücken so lästig waren, dass das Laufen überhaupt keine Freude mehr gemacht hat.
Gällivare ist übrigens so wie Kiruna eine totale Bergbaustadt. Ringsherum wird überall gebuttelt. (Eisenerz und Kupferabbau im Tagbau. Außerdem ist die Stadt nördlicher Ausgangspunkt der „Inlandsbanan“, mit welcher ich in den nächsten Tagen Richtung Südschweden fahren werde.
Eigentlich treffe ich vermutlich wegen der Weitläufigkeit des Geländes nicht viele Reiseradler, aber doch täglich den einen oder anderen. Was mir jedoch bisher noch nicht passiert ist, dass ich jemanden treffe, der so wie ich ein Skinfit Leibchen trägt und den breitesten lustenauer Dialekt spricht. Günter Hämmerle (nordkap.haemmerles.net) ist so wie die meisten denen ich begegne auf dem Weg zum Nordkap. Derzeit sind auch übermäßig viele Wohnmobilisten unterwegs, die vermutlich die Sonnwendfeier am Nordkap feiern wollen.
Ansonsten: nihil novi sub sole, nichts neues unter der skandinavischen Sonne, wie der alte Schwede so sagt.
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Dienstag, 18. Juni 2013

Björkliden - Kiruna


Heute wie gestern. Der Regen war jedoch am Abklingen und der Wind hat mich heute förmlich nach Kiruna geblasen. Schwedisch Lappland ist von der Natur her unglaublich reizvoll, nur eben im Moment etwas eingetrübt. Waren zu Beginn meiner heutigen Fahrt links und rechts noch hohe Berge zu sehen, wurde das Gelände mit der Zeit sanfter, hügeliger und grüner. Obwohl schon in ein paar Tagen die Sommersonnwende gefeiert wird und die Tage wieder kürzer werden sieht man hier noch überall Schneereste in den Bergen bzw. die ersten Frühlingsblumen. Der Sommer scheint hier äußerst kurz zu sein.
Kiruna ist die nördlichste Stadt Schwedens und eine besondere Stadt. Sie ist nicht historisch gewachsen, sondern wurde als eine Art Modellstadt auf dem Reißbrett vor ca. 100 Jahren gegründet und geplant. Die Menschen hier leben in erster Linie vom Eisenerzabbau und das Logo der Firma LKAB, der Betreiberfirma, ist hier allgegenwärtig.
Im Tourismusbüro habe ich erfahren, dass in den kommenden Jahren, damit die unter der Stadt liegenden Erzvorkommen abgebaut werden können, ein Drittel der Stadt verlegt wird. Von dieser Maßnahme betroffen sind nicht nur das Tourismusbüro, das Rathaus und die Kirche, sondern auch ca. 3000 Wohnungen. Kiruna ist sozusagen eine Stadt in Bewegung.
Die „midnight sun“ habe ich übrigens schon länger nicht mehr gesehen, und überhaupt auch die Mittagssonne versteckt sich beharrlich hinter den Wolken.
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Nygard - Björkliden

Nach Schweden geturnt.
Seit Beginn meiner Tour hatte ich heute meinen ersten richtigen Regentag. Die Sicht auf die ansonsten wunderschöne Fjälllandschaft (Hochplateau über der Nadelwaldgrenze) war deshalb leider stark eingeschränkt. Die zum Teil hohen Berge waren in dichte Wolken gehüllt und die Tropfen auf meiner Brille verursachten eine dermaßen starke Unschärfe, sodass ich die Gegend nur verschwommen und leicht eingetrübt wahrnehmen konnte.
Auf dem Björnfjäll (533 m) habe ich wieder einmal eine Grenze überquert und bin in Schweden, dem dritten skandinavischen Land meiner Reise, angekommen. Mein heutiges Domizil habe ich in Björkliden aufgeschlagen. Im Winter dürfte hier aufgrund des großen Schigebietes einiges los sein. Wunderschöne Gegend, wie gesagt, wenn man was sehen würde…
Ganz in der Nähe befindet sich der Abisko Nationalpark, von wo der Kungsleden (Königspfad), ein bekannter Schwedischer Weitwanderweg, losgeht.
Getreu meinem Motto „stelle nie ein Zelt auf nassen Grund“ habe ich heute kurzerhand im Servicegebäude auf den Matten einer Kletterwand geschlafen.
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Harstad – Nygard


Eine Nordseekreuzfahrt auf einer Hurtigruten muss man unbedingt einmal erlebt haben. Vielleicht nicht die ganze Strecke hin und retour, denn die dauert 12 Tage, und da bekommt man leicht einen Koller, aber so wie ich für zwei Tage den Luxus auf dem Schiff und die schönen Ausblicke auf die imposante Fjordlandschaft genießen, das ist dann schon ok.
Mit dem Erreichen des Nordkaps nach eineinhalb Monaten geht’s nun erstmals in die andere Richtung, will sagen: befinde mich auf dem Heimweg. Auf dem Fahrrad war‘s heute irgendwie zäh. Ich denke, dass im Moment ein wenig die Luft heraußen ist. Auf dem Kong Olavs Veg sorgten tiefhängende Wolken, viele Höhenmeter und recht kühle Temperaturen auch nicht eben für gute Stimmung.
Auf meinem heutigen Campingplatz gibt es seit langem wieder einmal kein Internet, die Dame bei der Rezeption meinte: „We are old fashioned.“ Was die Infrastruktur anbelangt hat sie sicher recht. Beim Preis von fast 30 € für 2 m² buckligen Boden hingegen ist dieser  Campingplatz äußerst modern.
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Samstag, 15. Juni 2013

Honningsvag – Harstad (Fähre)

Kong Harald, königlich unterwegs.
Gestern fand wohl die Königsetappe meiner Tour statt. Es ist schon ein erhebendes Gefühl, nach über 3500 km auf dem Fahrrad unter der Weltkugel des Nordkaps zu stehen. Zuvor galt es jedoch noch bei starkem, böigem Wind ca. 1350 Höhenmeter zu bewältigen. Am Nordkap war es dann eisig kalt. Das Außenthermometer eines Autofahrers zeigte lediglich 2° an. Das sehr moderne Nordkapgebäude, das tief in den Berg hinein reicht, öffnete erst um 11 Uhr, während meine Uhr 9.30 Uhr anzeigte. Zum Glück wurde ich von einer Wohnmobilfahrerin mit Vorarlberger Wurzeln zu heißem Tee und Kuchen in ihr Fahrzeug eingeladen, um die Wartezeit erträglich zu machen. Überhaupt stellt man auf diesem Breitenkreis als Fahrradfahrer ein Objekt der Neugierde und eine ziemliche Sensation dar.
Mit der Schiffsfahrt auf dem MS Konig Harald, einem sehr luxuriöses Schiff das sämtlichen Komfort bietet, die Einrichtung erinnert ein wenig ans Casino, steht heute ein sehr regenerativer und relaxterTag auf dem Programm. Neben ausgiebigem Schlafen saß ich lange auf dem Panoramadeck und schaute zum Fenster hinaus.
Norwegens Berge und Fjorde ziehen wie in einem Film an mir vorbei. Die Landschaft ist schön anzusehen, doch frage ich mich die ganze Zeit, wie man in dieser rauen Gegend das ganze Jahr leben kann.
Den Fitnessraum mit Laufband und Fahrrad! habe ich heute nicht genutzt. Die Sauna hingegen werde ich noch testen, bevor ich dann in die Bar gehe, und den Abend bei Livemusik ausklingen lassen werde.

Eine Seefahrt die ist lustig
Eine Seefahrt, die ist schön
Denn da kann man fremde Länder
Und noch manches andre sehn.
Hol-la-hi, hol-la-h
Hol-la-hi-a hi-a hi-a, hol-la-ho
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Freitag, 14. Juni 2013

Honningsvag - Nordkap

That's  a small step for mankind... one... giant leap for me."
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Donnerstag, 13. Juni 2013

Kirkenes - Honningsvag


Fahre heute mit der Hurtigruten "Trollfjord" von Kirkenes auf die Nordkapinsel. War schon recht zeitig auf dem Schiff, nicht weil ich die Fahrt kaum erwarten konnte, sie dauert nämlich mit 18 Stunden Fahrzeit recht lange, sondern weil ich verpennt habe, dass die Uhren in Norwegen wieder eine Stunde zurückgestellt werden müssen.
Ansonsten lädt das sehr luxuriöse  Interieur des Schiffes zu einer vermutlich recht angenehmen Reise ein.
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Inari - Kirkenes

 Ankunft in Norwegen
Mit der heutigen Fahrt entlang des Inarisees habe ich mi dem Etappenziel Kirkenes gleichzeitig die Barentssee (Arktischer Ozean, Nordpolarmeer, Eismeer) erreicht. Und genauso kalt wie diese Namen alle klingen ist auch die Temperatur.
Zuvor habe ich noch die Grenze nach Norwegen passiert und das wunderschöne Finnland hinter mir gelassen. Mit dem Überschreiten der Grenze hat sich auch die Landschaft schlagartig verändert. Die in Finnland allgegenwärtigen Wälder sind weg. Dafür ist es jetzt deutlich gebirgiger mit schönen Fjorden mittendrin.
Vereinfacht gesagt: In Norwegen sind die Berge und Preise deutlich höher. 

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Dienstag, 11. Juni 2013

Inari

Auf dem Weg zur Einödkirche

Bevor es Morgen nach Kirkenes weiter geht habe ich in Inari einen Ruhetag eingelegt, um mir das Siida, das Samimuseum und Naturzentrum anzusehen. Im Museum erfährt man alles über die samische Geschichte und Kultur bzw. über die Tier-und Pflanzenwelt in der extremen Landschaft Lapplands.
Am Nachmittag machte ich noch eine wunderschöne Wanderung zur Pielpajärven, der  Einödkirche, welche wegen ihrer abgeschiedenen Lage so genannt wird.
Morgen soll das Thermometer nur mehr 5° anzeigen. Da heißt es dann wohl: Warm anziehen!
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